Luxemburg, Montpellier und Tallinn: Was Gratis-ÖV bringt

In Tallinn wurde der Gratis-ÖV 2013 eingeführt und hat seither den Autoverkehr reduziert, insbesondere bei Haushalten mit tiefem Einkommen. Gleichzeitig wurde das Tram- und Busnetz ausgebaut, um die steigende Nachfrage aufzufangen. Die Finanzierung erfolgt über eine Einwohner*innen-Abgabe, was zeigt, dass Gratis-ÖV auch wirtschaftlich tragfähig sein kann.
Luxemburg ist das erste Land weltweit, das den gesamten öffentlichen Verkehr kostenlos gemacht hat. Hier wurde Gratis-ÖV als Teil einer umfassenden Mobilitätsstrategie eingeführt, die auch neue Tramlinien, den Ausbau des Schienenverkehrs und eine Förderung des Veloverkehrs umfasst. Dennoch bleibt der Autoverkehr hoch, was zeigt, dass Gratis-ÖV allein nicht ausreicht – flankierende Massnahmen wie weniger Parkplätze oder verkehrsberuhigte Zonen sind nötig.
In Montpellier wurde der Gratis-ÖV Ende 2023 für Einwohner*innen eingeführt. Auch hier wurde das Angebot verbessert: Die Stadt hat in eine neue Tramlinie und mehr Busverbindungen investiert. Bereits im ersten Jahr zeigten sich positive Effekte – die Fahrgastzahlen steigen und erste Analysen deuten darauf hin, dass der Autoverkehr zurückgeht.
Gratis-ÖV für eine halbe Million Menschen – Artikel im Tagesanzeiger vom 21. Mai 2024