Luxemburg, Montpellier und Tallinn: Was Gratis-ÖV bringt

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Bereits seit über zehn Jahren ist in Tallin der ÖV gratis, in Luxemburg seit gut vier Jahren, und seit Weihnachten 2023 profitieren nun auch die Bewohner*innen Montpelliers von diesem Angebot. Neben den grossen Ersparnissen, die gerade für einkommensschwächere Gruppen relevant sind, zeigt sich, dass mit ergänzenden Massnahmen viele vom Auto auf den ÖV umsteigen.

In Tallinn wurde der Gratis-ÖV 2013 eingeführt und hat seither den Autoverkehr reduziert, insbesondere bei Haushalten mit tiefem Einkommen. Gleichzeitig wurde das Tram- und Busnetz ausgebaut, um die steigende Nachfrage aufzufangen. Die Finanzierung erfolgt über eine Einwohner*innen-Abgabe, was zeigt, dass Gratis-ÖV auch wirtschaftlich tragfähig sein kann.

Luxemburg ist das erste Land weltweit, das den gesamten öffentlichen Verkehr kostenlos gemacht hat. Hier wurde Gratis-ÖV als Teil einer umfassenden Mobilitätsstrategie eingeführt, die auch neue Tramlinien, den Ausbau des Schienenverkehrs und eine Förderung des Veloverkehrs umfasst. Dennoch bleibt der Autoverkehr hoch, was zeigt, dass Gratis-ÖV allein nicht ausreicht – flankierende Massnahmen wie weniger Parkplätze oder verkehrsberuhigte Zonen sind nötig.

In Montpellier wurde der Gratis-ÖV Ende 2023 für Einwohner*innen eingeführt. Auch hier wurde das Angebot verbessert: Die Stadt hat in eine neue Tramlinie und mehr Busverbindungen investiert. Bereits im ersten Jahr zeigten sich positive Effekte – die Fahrgastzahlen steigen und erste Analysen deuten darauf hin, dass der Autoverkehr zurückgeht.

Gratis-ÖV für eine halbe Million Menschen – Artikel im Tagesanzeiger vom 21. Mai 2024